Ablauf
- Allgemeines
- Obstverarbeitung
- Ansatz
- Gärung
- Gärungsende
- Abstich
- Klären
- Abfüllen
- Lagern
- Reinigung
Allgemeines
Allgemeines
Dies ist nur ein kleiner Einstieg in die
Obstweinerzeugung.
Für alle, die sich intensiver mit dem Thema beschäftigen wollen, habe ich noch ein paar Buchtips .
Auf den folgenden Seiten wird mehr auf die Maischegärung eingegangen, da ich diese hauptsächlich mache.
Die Verarbeitung der Früchte: Was muß ich tun, und was gibt es für Werkzeuge dafür ?
Der Ansatz: Was kommt
zusammen, was brauche ich dazu ?
Die Gärung: Was gibt es
dabei zu tun und zu beachten ?
Am Ende der Gärung: Der
Geschmack und das Abziehen der Hefe !
Der Wein ist trübe....
Am besten mit Geduld.....
Das Abfüllen in
Flaschen: Wie zum... bekomme ich den Korken in die .... Flasche?
Obstverarbeitung
Obstverarbeitung
Sauberkeit wird am Ende belohnt
Die verwendeten Früchte sollten sehr reif sein, dürfen aber nicht
angefault oder angegoren sein.
Fremde Pilze oder gar Bakterien sind auf jeden Fall zu vermeiden!
Bei allen Obstsorten müssen Stiele, Blätter, Schmutz und auch
Käfer entfernt werden.
Kernobst säubern, waschen und Kerngehäuse herausschneiden.
Steinobst waschen und entsteinen.
Beeren waschen.
Das Obst zerkleinern
Bei größeren Mengen wird es eher auch teurer. Entweder hat man mehr als eine Freundin (was meist auch nicht billiger ist), die hilft oder man leiht sich eine entsprechende Fruchtmühle.
Saft- oder Maischegärung ?
Der Unterschied ist recht einfach: Eine Saftgärung wird , wie der
Name sagt nur mit dem Saft der Frucht angesetzt. Wenn die Früchte zerkleinert sind kann
man sie pressen und den so gewonnenen Saft dann in den Ballon füllen. Eine Einfache
Methode. Es läßt sich sogar aus gekauftem Saft aus der Flasche Wein herstellen, was noch
einfacher ist. Doch wie bei Allem im Leben ist immer ein Haken an der Sache: Die Farb- und
Geschmacksstoffe sind bei den meisten Früchten in der Schale und ihren Zellen. Diese
gehen bei dieser Methode leider verloren. Außerdem gibt es Früchte die nur wenig Saft
haben und sich nur schlecht auspressen lassen. Dazu gehören Hagebutten, Bananen,
Erdbeeren usw. Aus diesen Früchten macht man dann eine Maischegärung.
Die Maischegärung ist am Anfang nicht so Mühevoll, da man das Obst lediglich zerkleinern
oder zerdrücken muß, doch muß dann nach der ersten Gärung die Maische (Fruchtfleisch)
von der Flüssigkeit (die sich dann schon Federweißen nennt ) abgepreßt werden. Hat man
dazu nicht die technischen Hilfsmittel, kann das eine anstrengende Sache werden. Doch
können Sie es sich schon denken: Wer sich Mühe gibt, wird auch belohnt. In diesem Fall
mit einem erheblichen Geschmacksvorteil der Saftgärung gegenüber.
Ich bevorzuge die Maischegärung, da ich damit die besten Erfolge erzielt habe.
Kaltentsaften für die Saftgärung
Mit einer Saftpresse ist auch hier mal wieder ein recht teures
Equipment zum Thema geworden.
Und dennoch gut zu handhaben und läßt sich auch in manchen Läden ausleihen.
Äpfel oder andere, Früchte lassen sich auch durch den elektrischen Entsafter gut
von ihrem saftigen Dasein trennen.
Der über bleibende Teil kann dann zur besseren Ausbeute zusätzlich auch noch abgepreßt
werden.
Ansatz
Ansatz
Vorweg noch ein paar wichtige Informationen
Die Hefe
Die wichtigste Zutat ist Hefe. Im Prinzip würde man auch mit Bäckerhefe Wein Herstellen können, nur besteht dann die Gefahr, daß man sie beim fertigen Wein durchschmeckt. Besser ist deshalb eine spezielle für die Weinherstellung gezüchtete Hefe, die weitgehend geschmacksneutral ist und deshalb auch Reinzuchthefe genannt wird. Man bekommt sie in manchen Drogerien oder Apotheken,
Die Reinzuchthefe wird üblicherweise in Flüssigehrform in kleinen Kunststoffflaschen
geliefert, es gibt sie aber auch in Pulverform.
Es gibt unterschiedliche Sorten an Reinzuchthefen, sie bestimmen den Geschmack und
Alkoholgehalt je nach Zuckerung.
Die Hefen können je nach Sorte bis zu bestimmten Alkoholgehalten arbeiten, darüber
hinaus passiert dann nichts mehr.
Naturgemäß ist ein Wein über 18 Vol.% ist nicht zu erreichen. Meine Weine haben in der
Regel um die 14 Vol.%.
Man muß sich vor Begin Gedanken darüber machen was für einen Wein man überhaupt haben
möchte, das Ergebnis dieser Überlegung bestimmt zum großen Teil das Weinrezept.
Allerdings ist die Meinung so mancher Leut´, daß die Hefesorte ausschlaggebend für den
Geschmack der Obstweine ist, meiner Meinung nach überzogen.
Denn jeder angesetzte Obstwein ist anders als der vom Jahr zu vor, auch wenn man sich noch
so sehr an das Rezept hält, so ist die Qualität der Früchte unterschiedlich, die
Umgebung ist evtl. anders, die Temperatur und zu guter Letzt die steigende Erfahrung des
Winzers verändern den Wein in Geschmack und Qualität.
Daher ist es von großem Vorteil genau Buch über die Weinerzeugung zu führen. Pracktisch
ein Weinprotokoll zu jedem angesetzten Wein.
Die Reinzuchthäfen kann man in drei Gruppen unterteilen:
| trockene Weine: | z.B. | Zeltinger , Piesporter, Bernkastler |
| liebliche Weine: | z.B. | Steinberg, Bordeaux, Burgund |
| süße Weine: | z.B. | Sherry, Tokayer, Haut Sauternes, Portwein, Samos, Malaga |
Die trockenen Weine sind schneller fertig und trinkbar als die süßen, können aber nicht so lange gelagert werden, d.h. sind schlechter zu konservieren, da sie weniger Alkohol beinhalten. Es kommt bei trockenen Weinen bei langer Lagerung vor, daß Essigbakterien und oder Schimmel sie befallen.
Hefenährsalz
Es wird in Pulver- oder Tablettenform angeboten. Es handelt sich hierbei um zwei Bestandteile:
- Diammohnphosphat (NH4)HPO4
- Ammoniumsulphat (NH4)2SO4
Jeder beiden Bestandteile hat einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Fügt man kein Häfenährsalz hinzu, kommt es zur frühzeitigen Unterbrechung der Gärung, so daß nur ein geringer Alkoholgehalt gebildet wird. Dann besteht die Gefahr, daß sich Kahmhefen bilden (Eine wilde Hefe). Überdosierung sollte man auch vermeiden, da der Wein dann später Salzig schmecken kann. Dieses Ergebnis ist dann nicht mehr zu beheben. Gesundheitsschädlich ist es aber nicht. Häfenährsalz ist nahezu unbegrenzt haltbar. Da es Feuchtigkeit anzieht muß es trocken gelagert werden.
Mostmilchsäure
Bei Milchsäure handelt es sich um eine wasserklare bis leicht
gelbliche 80%ige Säurelösung von Viskoser Konsistenz. Die Milchsäure wird aus
biologisch-enzymisch gewonnen. Sie wird im Gegensatz zu anderen Säuren wie Weinsäure,
Zitronensäure, Apfelsäure nicht mehr weiter in den Getränken abgebaut und kann daher
als "Endgültige" Säure betrachtet werden. Die Säure ist gut verträglich,
doch Überdosierungen sollte man aus geschmacklichen Gründen vermeiden. Wenn die
Mostmilchsäure dennoch durch andere Säuren ersetzt werden soll, dann muß die Menge
angepaßt werden. In vielen Rezepten ist eine Alternative angegeben.
Kaliumpyrosulfit
Es wird in Pulver- oder Tablettenform angeboten.
Es handelt sich um das Salz der Schwefligen Säure K2S2O5,
einem in der häuslichen und Gewerblichen Umgebung durch nichts zu ersetzenden Stoff, der
die Funktion hat, unerwünschte Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen sowie
Farb-, Geruchs- und Geschmacksveränderungen zu unterbinden (Oxidationsschutz). Es wird
bei der Dosierung empfohlen nicht mehr als 1g auf 10 Liter Weinansatz zu verwenden, da
eine Überdosierung nicht nur schlecht schmeckt, sondern auch einen dicken Kopf bereitet.
Man gebraucht Kaliumpyrosulfit meist nur bei Früchten, die an Bodennähe wachsen, wie
z.B. Erdbeeren.
Bakterien und Sporen haben an diesen Pflanzen ein leichtes Spiel. Für den Gewerblichen
Winzer findet dieser Stoff keine Anwendung.
Antigeliermittel
Da viele Früchte, die man zu Wein verarbeiten kann, zum Gelieren
neigen, setzt man der Maische ( dem Früchtebrei also ) ein Antigeliermittel zu.
Bei Antigeliermittel handelt es sich um eine wasserklare bis hellbraune Flüssigkeit, in
deren Trägerstoff Wasser ein pektinspaltendes Enzym ( Pektinase ) gelöst ist. Dieses
Enzym ist ein Naturprodukt, es wird biologisch von Pilzen gewonnen und kommt auch beinahe
in allen Pflanzensäften vor. Leider ist das Enzym von Natur aus in Säften in zu geringer
Menge vorhanden bzw. wirkt bei der Maische zu langsam.
Überdosierungen sind nicht schädlich für Gesundheit und Wein, haben aber keinen
steigernden Effekt. Die Dosierung ist bei den meisten Rezepten angegeben. Trotzdem noch
einmal eine kleine Liste:
Dosierung von Antigel auf je 1kg Maische
| Trauben weiß, Sauerkirschen, Pfirsiche | 1,0 - 1,5g |
| Heidelbeeren, Johannisbeeren, Süßkirschen, Holunderbeeren | 1,5 - 2,0g |
| Brombeeren, Erdbeeren, Trauben rot, Schlehen | 2,0 - 2,5 |
| Johannisbeeren schwarz, Stachelbeeren, Pflaumen, Mirabellen, Zwetschgen | 2,5 - 3,0 |
Ich weiß was Sie jetzt denken....,
| doch bevor es endlich losgehen kann müssen wir noch auf die Behältnisse eingehen. |
Gärgefäße
Sauberkeit mal wieder oberstes Gebot! Reinigen muß man sie können. Absolut dicht abschließen müssen sie. Mit einem Gärverschluß verbinden muß man sie auch noch können. Und für diejenigen, die ihren Weinkeller schon voll haben (meist mit unnützen Dingen wie Fahrräder, Autos, Geburtstagsgeschenken), gilt in aller Regel: Auch voll müssen sie meist noch bewegt werden können (den Punkt unterschätzt man schnell).
| Klassisch
|
Der Glasballon mit Gummistopfen und Gäraufsatz. Für Einsteiger und Nostalgiker genau das Richtige, denn man kann genau beobachten was sich im Inneren abspielt. Wehrend des Ansatzes kommt es vor, daß man die Ballons schwenken muß, über 50 l ist es mit der Nostalgie dann vorbei, für Anfänger sowieso zu viel und wer bekommt den dann noch bewegt, wenn er gefüllt ist? Die Gefahr, daß er bei ungeschickter Handhabung platzt ist nicht nur schade um die ganze Arbeit, sondern auch gefährlich für den Herkules. Glasballons haben in der Normausführung nur eine kleine Öffnung, so daß das Befüllen und Reinigen etwas umständlich ist. |
| Etwas teurer
|
Kunststoffgärfässer mit Sperrhahn und großer Oberöffnung, was das Reinigen zu einem Kinderspiel macht. Sie sind sehr leicht und vertragen schon mal einen ungeschickten Stoß. Will man nach sehen was sich tut , muß er geöffnet werden. Kleinere kann man gut anpacken zum schwenken. Bei Großen wird er ebenfalls zum umrühren geöffnet. Praktisch ist der Sperrhahn, keine Schläuche, nur ein Dreh und man kann genießen. |
Der Anfänger ist im Allgemeinen mit einem 15 Liter und einem 10 Liter Ballon gut beraten.
Warum zwei?
Ganz einfach: Wenn ein Weinansatz für 10 Liter geplant ist, so muß der erste Ballon
Platz für die Gärung haben. Einen Steigraum von 10-20% bei einer Saftgärung und bei
einer Maischegärung sollten sogar bis 50% Raum für den bei der Gärung entstehenden
Schaum Platz vorhanden sein. In der zweiten Woche der Maischegärung kann es ganz schön
stürmisch im Ballon zu gehen. Mir ist es schon passiert, daß ein Ballon übergelaufen
ist oder der Gäraufsatz herunter fiel, weil zu wenig Platz vorhanden war. Eine schöne
Schweinerei ist das.
Nach dieser Erfahrung habe ich die Ballons wehrend der "Stürmischen Gärung"
immer in Wannen oder Kunststoffcontainer gestellt.
Man kann die stärke der Gärung aber auch kontrollieren. Wenn man die Ballons etwas kühler (nicht ZU kalt) stellt braucht die Hefe zwar länger, doch ist die Gärung auch etwas gleichmäßiger.
Den zweiten Ballon, also den kleineren, braucht man nach dem ersten Gärvorgang. Der, dann schon Federweißen wird in einen 10 Liter Ballon (bei 10 Liter Weinansatz) gefüllt, damit so wenig Luft wie möglich an den Wein herankommt. Füllt man die 10 Liter Wein in einen 15 Liter Ballon, so hat der Wein eine große Oberfläche im Ballon, die mit Luft in Verbindung steht. Das führt zur Oxidation des Weines.
Der Gäraufsatz
Ein wichtiges Utensil, weil beim Gären des Weines Kohlendioxydgas entweichen können muß und die Außenluft an den Gärenden Most nicht herankommen darf. Es gibt davon zwei verschiedene Formen:
![]()
|
![]() Gäraufsätze mit Kautschukstopfen |
Der Linke Aufsatz im Bild ist der ältere und schönere von beiden. Es gibt die Ausführung in Glas und in Kunststoff, doch die Schweißnaht der Kunststoffaufsätze können Löcher haben und sind daher nicht zu empfehlen. Der Nachteil an der Form liegt in der Reinigung, da sie sehr gewunden sind kommt man nicht richtig hinein.
Der rechte Aufsatz ist der modernere. Nicht so schön, aber leicht zu reinigen. Hobby I für kleinere Ansätze und Hobby II für Ballons ab 20 Liter.
Beide Aufsätze können mit einer Gummikappe oder einem Gummistopfen verwendet werden. Da man die Kappen nur schwer von den Glasballons herunter bekommt und die Kunststoffässer ein Gewinde am oberen Verschluß haben, benutze ich ausschließlich die grauen Kautschuk Stopfen. Sie halten am längsten.
Der Aufsatz wird bis zur Marke mit Wasser gefüllt. Damit das
Wasser mit Bakterien verseucht wird ( z.B. Fruchtfliegen sterben darin ), kann man das
Wasser mit einwenig Kaliumpyrosulfit versetzten.
( Der Wasserstand im Bild rechts ist etwas zu niedrig dargestellt. So würde Luft von
Außen an den Wein gelangen und man hätte eine Menge Essigfliegen im Ballon, was
unweigerlich Essig statt Wein ergeben würde. )
Wie schon mal angemerkt, ist dies die "Ansetzen Seite".... also:
Im Grunde kommt eigentlich einfach alles zusammen in den Ballon und
wird vermengt.
Je nach Rezept sollte man als erstes den Zucker in dem Wasser (falls Wasser nötig) auflösen. Dies kann schon im Ballon geschehen. Da sich Zucker mit warmen Wasser besser auflöst, kann man auch warmes Wasser nehmen.
| !! Aber : | 1. | Vorsicht mit Glasballons, sie können bei zu großer Hitze platzen . |
| 2. | Die Hefe und auch die Früchte vertagen keine große Hitze !
Also erst wieder abkühlen lassen ! Hefe verträgt keine Temperaturen über 30 oC, sie würde absterben. |
Das Obst sollte gleich nach der Verarbeitung mit der (auch nur wenn im Rezept benötigt)
Mostmilchsäure versetzt werden, da einige Früchte an der Luft schnell braun werden. Es
kann auch das Antigel schon zu den Früchten untergemengt werden.
Früchte, Hefenährsalz, Zucker, Wasser, Kaliumpyrosulfit, Antigeliermittel in den
Ballon geben.
Hier sei wieder daran erinnert, daß der Ballon nur zu 50% gefüllt sein darf!
Gummistopfen drauf und alles gut schütteln. ( Der Gummistopfen hat ein Loch für den Gäraufsatz ! ZU HALTEN ! )
Stopfen wieder ab nehmen und die Hefe langsam hinein geben. Stopfen und den
Gäraufsatz (wichtig) aufsetzen.
Ich lasse den Ballon dann Ersteinmahl für zwei Tage stehen, damit sich die Hefe etwas
konzentriert an einer Stelle vermehren kann.
Nach meiner Methode schüttle ich den Ballon am zweiten Tag dann noch mal kräftig durch. Der Zucker ( falls s.o. nicht mit Wasser aufgelöst ) sackt nach unten und ist relativ fest. Nach ein paar Minuten Schütteln löst er sich aber langsam ab und auf.
Nicht vergessen: Beim schütteln immer den Gäraufsatz abnehmen und das Loch gut zu halten!
Man kann aber auch Die Hefe vorgären lassen und sie nach und nach in den Ballon zu
geben. Das hat den Vorteil, daß sie so ziemlich gleich anfängt zu gären und nicht erst
nach 2 - 4 Tagen, je nach Temperatur.
Und wenn man die Hefe nur schubweise hinzu gibt, kann man auch die "Stürmische
Gärung" gut kontrollieren.
Gärung
Gärung
Zwei Stufen zum Erfolg
Die Erste Stufe - Die Hauptgärung
2 bis 4 Wochen, je nach Frucht und Ehrgeiz
Sie ist eigentlich die interessantere von beiden. Zum Einen, weil man es nicht abwarten kann bis endlich mal passiert, zum Anderen, weil man richtig was zum gucken hat, wenn was passiert. ( Glasballon hat hier Vorteile )
Zu tun ist eigentlich nicht viel, man muß nur für eine möglichst gleich bleibende Temperatur sorgen und hin und wieder den Ballon schwenken.
Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle, da sie einen großen Einfluß auf die Gärung hat.
Ist die Temperatur zu niedrig, ( unter 19oC ) so dauert die Gärung zu lange. (manchmal vieeeeel zu lange, Wochen, ja gar Monate länger)
Ist die Temperatur zu hoch, ( über 23oC ) kann alles
ziemlich schnell gehen. Der Ballon läuft über (natürlich nur dann, wenn man nicht da
ist), der Gäraufsatz fällt herunter, Fruchtfliegen laden zu einer Party ein, der Teppich
bekommt eine neue Farbdimension und im Ballon schrumpft der Ertrag.
Von Qualitätsverlusten durch schnellere Gärung wurde mir auch schon mal was erzählt.
Die optimale Temperatur liegt so bei 21oC .
Das Kohlendioxydgas nimmt Fruchtfleisch beim aufsteigen mit nach oben, so daß sich das ganze Fruchtfleisch nach kurzer Zeit vom Flüssigen völlig getrennt hat. Dagegen hilft nur den Ballon hin und wieder (je nach dem wie es aussieht) mal zu schütteln, damit sich alles wieder vermengt.
Die Maischegärung ist nach etwa 2 Wochen, abgeschlossen. Wenn keine Stiele, Kerne oder
Samen vorhanden sind kann man auch noch 1 bis maximal 2 Wochen anhängen. Danach passiert
ohne hin nicht mehr viel mit der Maische. Wenn Kerne mit in die Maische gegeben wurden ist
eine kurze Gärzeit besser. Denn der Alkohol löst die Inhaltsstoffe der Samen aus
(Amygdalin/Blausäure) und die schmecken nicht. Mindestens aber 8 Tage muß sie andauern.
Bedenken Sie, daß z.B. Erdbeeren und Himbeeren auch Samen haben.
Es muß eben ein guter Kompromiß geschlossen werden.
| Ein Erdbeerwein in der Maischegärung |
![]() |
Nach dem nun die Maischegärung abgeschlossen ist, muß sie abgepreßt werden. Das ist eine einigermaßen anstrengende Arbeit. Für 10 Liter Weinansatz braucht man je nach Methode 30 - 60 Minuten dafür.
30 Minuten sind mit einem (eigentlich viel zu teurem (siehe
Seite 05 Artikel 0443)) Hilfsmittel zu schaffen.
Ein sogenannter "Parapress". Sehr einfache Bedienung, ich fülle die Maische in
einen Leinen Sack, der wird zu gebunden und das ganze in ein emalieten Metalldurchschlag.
Ein Deckel drauf, der einen Gummisack darunter hat und mit Wasser gefüllt wird. Deckel und
Durchschlag (Sieb) wird mit einem Verschlußring verbunden. Der Deckel ist mit einem
"Gartenschlauch" an einen Wasserhahn angeschlossen. Öffnet man den Wasserhahn,
füllt sich der Gummisack und drückt der Leinensack in den Durchschlag. Der Saft aus der
Maische wird in einem Eimer aufgefangen und in den gesäuberten 10 Liter Ballon gefüllt.
Je nach dem wie hoch der Wasserdruck bei Ihnen ist, dauert dieser Vorgang 3 bis 5 Minuten
pro 2 - 3 Liter Leinensackfüllung. Das Pressgut, das in dem Leinensack verbleibt ist so
stark gepreßt, daß man es brechen kann. Die Reste können dann als Biologischer Abfall
entsorgt werden, da es weder schmeckt noch anderweitig verwendet werden kann. (Lagern sie
es im Sommer nicht in Hausnähe, denn das Zeug zieht Fruchtfliegen und Wespen an.)
60 Minuten sind die einfache Methode. "Einfach" nur im Sinne der Hilfsmittel. Ein Tuch mit festem Gewebe, z.B. Leinentuch und ein sauberer Eimer. Die Maische wird in das Tuch gefüllt und hindurch gepreßt. Eine anstrengende Arbeit. Etwas Besser klappt es mit einem Leinensack
| Ein Leinensack Oben mit einem Band verschließen Die Nähte müssen umgelegt sein und SEHR stabil. 4 fach Naht |
|
![]() |
| Die Reste nach dem Abpressen mit einem Küchenhandtuch |
|
Wichtig ist, daß der Wein ab dieser Stufe der Weinherstellung so wenig wie möglich mit der Luft zusammen kommt, das heißt so wenig Luft wie möglich in dem Ballon und später in der Flasche. Achten Sie auch beim evtl. Umfüllen darauf, daß die Wege des Weines durch die Luft so kurz an Strecke und Zeit wie möglich sind. Der Oxydationsprozeß verursacht eine Farbveränderung (die aber nur was mit "Schönheit" zu tun hat) und einen Geschmackliche Beeinträchtigung, die viel schlimmer ist.
Ich habe heraus gefunden, daß dieser Effekt nur bei Hagebuttenwein von Vorteil sein kann. Er schmeckt dann Sherry oder Malaga täuschend ähnlich. Für diesen Fall wird das verteufelte mit Absicht herbei geführt : Der Hagebuttenballon steht auf einem hohen Punkt (Eimer auf Stuhl auf Tisch) und wird von dort aus 2 Meter durch dir Luft in einen Eimer gelassen. Anschließend wieder in den Ballon (der in diesem speziellem Fall nicht voll sein muß).
Die Zweite Stufe - Die Nachgärung
Nach dem der Wein nun in eine sauberen 10 Liter Ballon gefüllt ist, muß (Sehr wichtig) der Gummistopfen und der Gäraufsatz wieder auf den Ballon. Der Federweißen sollte auf jeden Fall beim Umfüllen mal probiert werden. Es schmeckt sehr nach der Hefe, ein sehr saurer Geschmack, aber das ist normal. (An dieser Stelle habe ich beim Ersten Mal gedacht "Das wird nie was", aber man muß wirklich Geduld haben. Der Federweißen ist süß, alkohol- und sehr vitaminhaltig. Vorsicht bei Übergenuß, ein dicker Kopf ist dann gewiß.
Jetzt muß der Ballon hin und wieder geschwenkt werden.
Ein Überlaufen braucht nicht mehr befürchtet werden.
Immer wieder den Gäraufsatz mit Wasser nachfüllen
Gärungsende
Gärungsende
Das ist nicht das wirkliche EndeDie Nachgärung dauert so lange, bis beim schütteln des Ballons ( "schütteln" heißt, den Wein richtig rumwirbeln, so daß alles wieder trüb wird ) und keine Kohlendioxydbläschen mehr aufsteigen.
Sollte es dann wirklich so weit sein, muß der Wein noch etwa 2 bis Wochen stehen, damit sich die Hefe (Bodensatz) wieder legt.
Ist die Nachgärung zu Ende, hat sich die Hefe am Boden
abgesetzt. Man sollte nicht zu lange mit dem Abstich
des Weins in einen sauberen Ballon warten, denn der Wein nimmt nach längerer
Zeit den Geschmack vom Bodensatz an.
| Wichtig:
|
Es kann vorkommen, daß die Hefe auch aufhört zu gären, weil kein Zucker mehr vorhanden ist. Dieser Punkt ist für alle diejenigen nicht einfach zu bestimmen, die es zum ersten Mal versuchen. Wenn man den Wein probiert ist er sauer, doch ähnelt er schon Essig, so kann man es mit Nachzucken versuchen.
Vorsicht ! Es geht nicht darum den Wein jetzt schon trinkbar zu machen, was mit einer Überdosis Zucker zu funktionieren scheint !! Das ist dann nicht mehr zu korrigieren.
Es empfiehlt sich einen Maßbecher (mit kleinen, genauen Einheiten) zu benutzen und erst einmal 50 ml ab zu nehmen. Eine 1g genaue Waage hilft zum abmessen des Zuckers. Nun in kleinen Grammschritten den Zucker hinzu zu fügen. Alles notieren und probieren (Nicht trinken, nur probieren).
Findet man eine Menge an Zucker die die Probe süßlicher macht, muß die Zuckermenge auf die Weinansatzmenge hochgerechnet werden.
Diese errechnete Menge wird dem Wein hinzu gefügt und aufgelöst.
Jetzt wird der Wein wieder anfangen leicht zu gären.
Diese Vorgänge werden so lange wieder holt bist es nicht mehr gärt und geschmacklich paßt.
Dazu sei aber wieder gesagt, daß der Wein nicht überzuckert werden darf !! Der wirklich gute Geschmack des Weines wird in den meisten Fällen nach längerer Lagerzeit erreicht, was auch Jahre sein können. Da heißt es wirklich bis zum Ende sauber weiterarbeiten und einkellern.
Hier helfen Gespräche mit Leuten, die schon Weine selber gemacht haben.
Info: Profis errechnen den Zuckergehalt über die Öchslewaage, aber das ist ein ziemlich ausführliche Thema und würde hier zu weit führen. Wer dennoch mehr über Öchsle erfahren will, dem ist das Kitzinger Weinbuch, aber auch das Hobbythek Buch zu empfehlen.
Abstich
Abstich heißt, dass der Wein mit einem Schlauch aus dem Ballon herausgesogen wird.

Es kommt dabei auf Geschicklichkeit an: Der Schlauch muss sauber sein, oben gerade in den Ballon geführt werden, darf nicht zu tief kommen, der Sog darf nicht verloren gehen und unten muss der Schlauch im Zielgefäß bleiben.
Tipps
- Der Schlauch kann am Ansaugende zur Versteifung an einen Stock angebunden werden. Das erleichtert die Führung.
- Der Schlauch darf nicht zu tief in den oberen Ballon gesteckt werden, da sonst der Bodensatz mit angesaugt wird.
- Es sollte verhindert werden, dass es zu einem Rücklauf in den oberen Ballon kommt, da sonst der Bodensatz aufgewirbelt wird.
- Eine Kerbe am Schlauchende kann nützlich sein, damit sich der Schlauch nicht irgendwo festsaugt.
- Lassen Sie ruhig etwas mehr Rest übrig, damit nicht versehentlich Bodensatz mit angesaugt wird.
- Wenn ein Trichter benutzt wird, sollte am Trichterabfluss ein Schlauch befestigt sein, damit der Wein nicht plätschert.
Klären
Klären
Sie habe die Nachgärung nun abgeschlossen und den Wein in einem sauberen Ballon abgefüllt. Der Ballon muß so voll wie möglich sein, damit der Wein nicht oxydiert.
Nun kommt es auf die verwendete Frucht an und auf die Art wie sie zerkleinert wurde.
Manche Obstweine brauchen nicht mehr als 4 Monate, bis der Wein vollkommen klar sind.
Andere Obstweine stehen schon mal 1 Jahr und mehr.
Klar wird der Wein auch irgendwann mal klar. Doch ist die
Sicht nicht entscheidend für den Geschmack.
Sollte der Wein noch nicht ganz klar sein, so beeinträchtigt das den Geschmack auf
keinen Fall.
Also ist es nur eine Frage der Ästhetik.
Man kann den Wein auch "schönen", wie die
Winzer sagen. Das erreicht man z.B. mit Gelatine oder Kieselsol.
Dazu fällt mir ein Bericht ein, in dem es genau um solche besorgten Winzer ging:
Ein Weinlabor bekam zig Weinproben von Heimwinzern
zugeschickt, die unzufrieden mit der Klärung Ihrer Weine waren.
Da die Proben nicht gleich bearbeitet wurden, standen diese eine gewisse Zeit.
Die meisten Proben fingen in der Zeit an sich zu klären.
Man muß eben etwas Geduld haben.
Ich selbst habe noch nie mit Schönungsmitteln gearbeitet und bis jetzt brauchte ich das auch nicht.
Nicht vergessen: Immer wieder den Gäraufsatz mit Wasser nachfüllen. Und von Zeit zu Zeit den Gäraufsatz mal auswaschen.
Abfüllen
Abfüllen
Wenn der Wein dann klar oder klar genug ist, kann er in Flaschen abgefüllt werden. An dieser Stelle muß überlegt werden, wie lange der Wein lagern soll. Je mehr Vol % und Süße der Wein hat, kann er in der Regel auch länger gelagert werden. Ich weiß nicht genau, wie alt Obstweine eigentlich werden können, doch mit entsprechenden Werten schon mehr als 6 Jahre.
Diejenigen, die den Wein nur kurze Zeit lagern, können Schraubverschlüsse oder Kronenkorken verwendet werden.
Der Gebrauch von solchen Flaschen ist nicht weiter zu erklären, so daß Sie gleich zum Abfüllen übergehen können.
Weine mit längerer Lagerungszeit sind nach 2 bis 3 Jahren soweit, daß man sie genießen kann. Damit aber der Wein auch in den Flaschen so alt werden kann, müssen ein paar Dinge beachtet werden.
1. Die Flasche
Gebrauchte Weinflaschen rechen völlig
aus, sie müssen nur sehr sauber sein. Reinigen Sie die Flaschen mit sehr
heißem Wasser, aber nicht mit Seife ausspülen. Vor dem Befüllen sollte die
Flasche noch einmal kurz mit kaltem, klaren Wasser aus gespült werden.
Der Hals sollte innen eine Wölbung haben, damit der Korken genug Halt
hat. Dunkle Flaschen sind zum Lagern besser, weiße Flaschen lassen den Wein als
Geschenk besser zur Geltung kommen.
| Die Wölbung ist mit dem Finger gut zu
fühlen
Dekorflaschen haben dies oft nicht |
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| 2. Der Korken | ![]() |
Naturkorken
Die Korken gibt es in verschiedenen Qualitäten. Ab
25 bis zu 50 Cent. Besser ist immer besser.
Der Korken sollte nicht verholzt sein, zu löchrig sein, kein Presskorken sein
(Der Leim hält nicht lange genug) und lang genug sollte er auch sein (wie immer).
Die Dicke ist dieses Mal von der Flasche abhängig. Eine Flasche mit 18mm Öffnung braucht
etwa einen Korken von 23-24mm. Die Korken müssen ca. 20 Stunden in Wasser
getaucht (unter Wasser) werden. Das Wasser sollte zum Beginn 30oC
haben, nicht zu heiß! Nach dem Bad muss der Korken gründlich mit klarem Wasser
abgespült werden.
Kunststoffkorken
Viele Weinkellereien sind auf der Suche nach einem Ersatz für den Naturkork, um Problem mit dem Korkgeschmack aus dem Wege zu gehen. Außerdem steigen die Kosten guter Korke. Als Ausweg bieten sich der Kunststoffkork an.
Die
neueste Generation der Kunststoffkorken verhält sich optisch und auch in der
Handhabung fast schon so wie ein guter Naturkork, jedoch bei Vermeidung von
Korkgeschmack. Objektiv gesehen, wäre er ein sehr guter Ersatz für den
Naturkork.
Vorteile :
Kein Korkgeschmack
Immer gleiche Qualität
Billiger
Die Flaschen können stehend gelagert werden, da der Kunststoffkorken nicht
feucht gehalten werden. Das hat zwei Vorteile:
1. Die evtl. vorhandenen Trubstoffe lagern sich am Boden ab.
2. Der Korken müsste länger halten.
Nachteile:
Man kann nicht jeden Verkorker verwenden, bei Geräten mit einem Schloss (Mehrere
Backen greifen ineinander) kann es zu Falten kommen, die den Wein durchlaufen
lassen. Konische (paradoxer Weise viele günstige Handverkorker) Verkorker sind
da schon eine bessere Wahl.
Die Haltbarkeit eines Kunststoffkorkens ist übrigens nicht länger als bei einem optimalen Naturkorken. (Bei liegender Lagerung)
Der
Drehverschluss ist noch eine weitere Möglichkeit.
Über diese Möglichkeit können wir noch keine genaueren Angaben machen. Es kommt
dabei wie bei allen anderen Verschlüssen auf die Langlebigkeit an. Die Qualität
der Kunststoffeinlage im Drehverschluss ist dabei von Bedeutung.
Vorteile :
Kein Korkgeschmack
Immer gleiche Qualität
Wieder verschließbar
Kein Korkenzieher notwendig
Billiger
Die Flaschen können stehend gelagert werden, da der Kunststoffkorken nicht
feucht gehalten werden. Das hat zwei Vorteile:
1. Die evtl. vorhandenen Trubstoffe lagern sich am Boden ab.
2. Der Korken müsste länger halten.
Warum sich die Ersatzlösungen für den Naturkork so langsam und zäh durchsetzen, liegt nur in der Psychologie der Verbraucher. Viele Weintrinker verbinden gute Weine noch immer mit dem Naturkorkverschluss, obwohl hier sicher die neueren Lösungen besser wären.
3. Das Verkorken
Es sind einige Dinge beim Verkorken zu beachten. Die Technik und die Qualität
der Geräte, die zum Einsatz kommen sind entscheidend für das Ergebnis.
Grundsätzlich darf die Luft in der Flasche nicht gepresst werden. Wird der Korken zu langsam in die Flasche gepresst, so weitet sich der Korken schon beim hineinpressen und die Luft kann nicht seitlich am Korken vorbei. Das hat zur Folge, dass der Korken vom Druck in der Flasche heraus gedrückt wird.
Bei unserem Test mit 1. einem Tischverkorker (Korkschloss mit vier Backen),2. einem Handverkorker mit Hebelwirkung, 3. einem Handverkorker nach der Methode "Hau drauf" ist das Ergebnis nicht eindeutig.
1. Der Tischverkorker liefert das optisch schönste Ergebnis, hat aber den Nachteil, dass er am Korken Quetschfalten hinterlässt. Diese können dazu führen, dass der Wein daran entlang aus der Flasche läuft. Bei unserem Gerät sind die Quetschfalten allerdings sehr gering und es sieht auch hierbei gut aus. Der Korken wird mit einem Korkenverschließgerät auf 16mm zusammen gepresst und mit Schwung in die Flasche gedrückt.
2. Der Handverkorker mit den Hebeln hat einen unsauberen Abschluss erzeugt. Der Verkorker lässt sich nicht stark genug auf die Flasche drücken, so dass der Korken nicht ganz in die Flasche gedrückt wird. Dafür ist der Korken aber unverletzt und wird den Wein in der Flasche halten. Es gehört schon ein Stück Übung dazu diesen Verkorker richtig zu bedienen. Wenn es nur etwas zu langsam geht, wird die Luft in der Flasche gepresst und der Korken kommt wieder ein Stück aus der Flasche.
3. Der Handverkorker "Hau drauf" hat auch ein recht akzeptables Ergebnis geliefert. Doch auch hier gehört schon Übung dazu diesen Verkorker richtig zu bedienen. Wenn es nur etwas zu langsam geht, wird die Luft in der Flasche gepresst und der Korken kommt wieder ein Stück aus der Flasche.
Hier sind Beispiele mit Kunststoffkorken zu sehen. Das Verhalten zwischen Kunststoffkorken und Naturkorken ist bei dem Helbelverkorker doch sehr unterschiedlich. Die Quetschfalten im Beispiel 1 sind, auch wenn man sie nicht immer sieht beim Naturkorken zu finden.
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1. |
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Optisch ein sauberes Ergebnis. Feine Quetschungen längs des Korkens sind zu sehen. |
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2. |
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| Das Ergebnis mit
feuchtem Korken und Flaschenhals |
Das Ergebnis mit
trockenem Korken und Flaschenhals |
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3. |
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Optisch ein sauberes Ergebnis. Die Tiefe lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick am Verkorker korrigieren |
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Nun zum Abfüllen
Dazu braucht man einen Schlauch , der am besten durchsichtig ist. Wie beim Abstechen von einem Ballon in den Anderen ist auch hier vorsichtig mit dem Bodensatz um zu gehen. Siehe Abstich
Wer einen Kunststoffballon hat, hat es bequem. Der Schlauch wird an den Ablasshahn gesteckt und braucht nicht noch einen Hahn am Schlauch.
Die Flaschen müssen so voll sein, daß noch einen Fingerbreit Luft in der Flasche ist, wenn der Korken drin ist. Ist weniger Luft zwischen Wein und Korken wird entweder der Korken wieder aus der Flasche gedrückt oder der Wein am Korken vorbei aus der Flasche. Das geschieht nicht immer gleich, da der Wein kühl gelagert wird. Später werden sich dann Schimmelpilze um den tropfenden Wein schlagen.
Nachdem die Flaschen voll und verkorkt sind können diese kühl und trocken gelagert werden. Damit aber kein Schimmel bei der Lagerung entsteht, müssen die Flaschen nach dem Abfüllen mit klarem lauwarmen oder kaltem Wasser abgespült werden.
Lagern
Lagern
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Die Lagertemperatur sollte zwischen 10o und 12oC liegen und im Sommer nicht zu sehr schwanken. Im Winter darf der Wein natürlich auch nicht viel darunter liegen. Wie alle Weine mit Korken muß der Wein liegend lagern, damit der Korken nicht austrocknet. Es kommt vor, daß der Wein in den ersten paar Tagen etwas leckt. Das gibt sich nach einiger Zeit meistens, da der Zucker den Korken zu setzt und der wein dann nicht mehr durch kommt. Verluste in der Flasche haben nicht immer eine
Übernatürliche Ursache, auch die Mitbewohner können nicht immer was dafür. Da hat man sich viel Mühe gegeben und einen erstklassigen Obstwein erzielt, füllt diesen in Flaschen ab und erlebt nach kurzer Zeit eine böse Überraschung : Der Wein ist durch den Korken getreten, schimmelig oder eine fremde Hefe ist hinein geraten und dadurch nicht mehr genießbar.
Das kann verschiedene Gründe haben: 1. Der Korken ist zu dünn oder sehr kurz 2. Der Korken ist zu löchrig 3. Der Korken ist nicht gewässert worden oder nicht lange genug 4. Der Korken ist zu langsam in die Flasche gestoßen worden 5. Die Flasche hat innen einen geraden Hals. Oder sogar eine Dekoflasche wurde verwendet 6. Die Flasche war dann doch ZU voll und es gab einen Überdruck beim Verkorken 7. Der Wein hat noch gegoren 8. Der Wein wurde zu warm gelagert oder ist im Winter eingefroren. |
Reinigung
Reinigung
Wer schon mal ein Glasballon sauber gemacht hat, weiß warum dieses Thema eine eigene kleine Rubrik verdient. Besonders, wenn die entsprechenden Gerätschaften fehlen.
Wer also keine spezielle Ballonbürste besitzt, der kann hier eine saubere und sehr preisgünstigen Lösung sehen
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Dieser Ballon ist nicht etwa mit Wein
gefüllt, sondern hier sieht man die Rückstände, die ein Wein im Extremfall hinterlassen kann |
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Ein Zwischenergebnis |
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Zum Schluß bleibt ein tadelloser Glasballon für den nächsten Weinansatz. |
Das ist sehr einfach, 4 Eßlöffel feinen Sand und etwas
Wasser in den Ballon füllen und im Kreis schwenken.
Nicht schütteln ! Denn sollte sich auch
nur ein kleiner Stein im Ballon befinden, kann es vorkommen, daß der Ballon
zerplatzt. Das ist nicht nur schade um den Ballon, sondern auch gefährlich.

















